
Ein Doggenwelpe zieht ein
Wenn sich ein Käufer für eine Dogge entschieden hat, hat er dieses sicherlich mit guter Überlegung getan. Er hat sich bewusst für einen großen Hund entschieden- mit allen Konsequenzen. Und er hat sich richtig entschieden.
Nun ist es also so weit. Vom Züchter wird der Welpe abgeholt und in das neue Zuhause gebracht. Alles ist fremd und unheimlich für den kleinen Kerl. Keine schützende Mama mehr, keine Geschwister, keine vertraute Stimme- alles neu und unheimlich. Geben Sie dem kleinen Kerl Zeit, sich an Sie und das Umfeld zu gewöhnen. Laden Sie nicht gleich alle Freunde und Nachbarn ein, um das neue Familienmitglied zu bewundern. Zeigen Sie dem Neuankömmling seine neue Umgebung, zeigen Sie ihm wo sein Schlafplatz ist und wo seine Näpfe stehen. Und seien Sie sofort liebevoll konsequent, wenn er etwas nicht soll. Noch ist es ja niedlich, wenn er auf`s Sofa krabbelt oder einen Schuh als Spielzeug gefunden hat, aber denken Sie daran, dass Sie das alles, was er jetzt noch spielerisch tut, ihm später mühsam abgewöhnen müssen. Natürlich tut er einem leid, und so erlaubt man Vieles, aber der Bumerang folgt später. Zeigen Sie ihm, wo er hin darf und wo nicht. Lassen Sie ihn gar nicht erst das Ehebett erkunden- später ist eine ausgewachsene Dogge ein Platz füllendes Tier. Dieses Liegen hier sollte nicht gestattet werden- aber es kommt halt auch `mal vor, wie zu erkennen ist. Auch beim Züchter , der ja gegen solche Dinge gewappnet ist- sollte man meinen. Aber für einen lustigen Schnappschuss lässt man die beiden halt noch auf dem verbotenen Platz.

Vom Züchter haben Sie wertvolle Tipps erhalten, was Sie zu Beginn beachten sollen- er hat Ihnen auch das Futter für die ersten Tage und sein Lieblingsspielzeug mitgegeben. Um ein wenig Vertrautheit zu haben, ist auch die Kuscheldecke mit vertrauten Gerüchen mitgegeben worden. Dieses hilft Ihrem Welpen, sich schnell einzufinden und sich wohl zu fühlen. Das Wichtigste ist aber, dass er zur Ruhe kommt und seinen festen Platz erhält. Dieser sollte ein wenig zurückgezogen sein, so dass nicht jeder ständig an ihm vorbei muss. Zugfrei sollte dieser Platz ebenfall sein und dem Welpen einen Schutz bieten. Natürlich muss der Welpe an Ihrem Leben teil nehmen , aber zunächst einmal nehmen Sie an seinem Leben teil. Ihr Tagesplan richtet sich von nun an nach den Bedürfnissen des Hundes. Versuchen Sie, einen festen Tagesablauf einzuhalten - füttern Sie zu regelmäßigen Zeiten, lassen Sie den Hund zu festen Zeiten seine Geschäfte verrichten und gehen Sie zu gleichen Zeiten Spazieren. Der Hund gewöhnt sich daran und Sie können Ihren Tag besser planen.
Gewöhnen Sie Ihren Hund auch daran, dass er mal alleine bleiben muss. Beginnen Sie früh mit dem Training- es kann dauern! Fangen Sie mit kleinen Zeiten an und steigern Sie den Zeitraum kontinuierlich. Sollte bei Ihrer Rückkehr das leichte Chaos herrschen, schimpfen Sie auf keinen Fall mit dem Hund, denn er lernt sofort, dass, wenn Sie nach Hause kommen und er Sie freudig begrüßt, er dann Unfreundliches von Ihnen erfährt. Der Hund kann die Verknüpfung , die Sie meinen, nicht herstellen. Also liebevoll den kleinen Kerl in die Arme nehmen - die Hand wird bitte in der Tasche geballt!!! Ich kenne das , manchmal fällt es einem schwer, aber es muss sein! Fragen Sie auch immer bei Ihrem Züchter nach, halten Sie mit ihm Kontakt, er ist immer der erste Ansprechpartner - für alle Fragen. Er hilft Ihnen oder kann Hilfe organisieren.
Überfordern Sie Ihren Hund niemals!! Eine junge Dogge braucht Zeit zum Wachsen. Die Knochen und Sehnen müssen innerhalb eines guten Jahres so wachen, dass sie von einem Ausgangsgewicht von ca 700 Gramm auf etwa 50 Kilogramm belastbar sind . Eine ausgewachsene Doggendame bringt gute 65 Kilogramm auf die Waage und der fertige Doggenherr schafft es auf 75 bis 85 Kilogramm. Und das muss langsam aufgebaut werden. Der junge Hund braucht zwar täglich Bewegung, aber keine Gewaltmärsche! Auch ist das Fahrrad noch völlig undenkbar. Sie können natürlich Ihr Rad neben der Dogge schieben, so dass sich der Hund schon an dieses Gefährt neben ihm gewöhnen kann, aber radeln Sie auf keinen Fall mit dem Hund schon los. Die Schäden, die Sie ihm jetzt antun, sind unkorrigierbar!
Genießen Sie zu Beginn ( und später natürlich auch noch) Ihren Hund - Sie werden ganz neue Dinge in Ihrer Umgebung erleben. Besuchen Sie eine Hundeschule oder gehen Sie zum wöchentlichen Doggentreffen in Ihrer Nähe - Ihr Züchter wird Ihnen Adressen nennen können.
Vor allem aber: freuen Sie sich mit und an Ihrem Hund.